Sieh mal an, den Polo gibt's jetzt als GTI
 
  Schnell entscheiden, nur 3000 Stück da

Klein, stark, billig - das war einmal das
Erfolgsrezept des VW Golf GTI (seit 1976).
Doch der gute Golf ist mit den Jahren immer
größer, gediegener und teurer geworden, so
daß sich der aktuelle GTI gar nicht mehr wie
ein GTI anfühlt.

Das müssen auch die VW-Bosse so
empfunden haben, denn jetzt schicken sie
erstmals einen Polo GTI ins Rennen um die
Gunst der deutschen Jungdynamiker. Im
Oktober rollt er an den Start - mit 31 900
Mark kein Schnäppchen, aber immerhin 10
000 Mark günstiger als der Golf GTI.

Der Polo hat fürs Geld auch einiges zu bieten:
Zwei Airbags, ABS, ESP
(Anti-Schleuder-Elektronik), Breitreifen,
Alufelgen, Zentralverriegelung, Sportsitze, el.
Fensterheber, Wärmeschutzglas,
Nebelscheinwerfer, Sportfahrwerk.

Und natürlich einen heißen Motor, den die
VW-Ingenieure aus der braven
1,4-Liter-Maschine des Golf
zusammensetzten. Statt 75 hat der 16-Ventiler
jetzt 120 PS, und die bringen den Polo GTI
exakt an die 200er-Schallmauer, in 9,1
Sekunden gelingt der Sprint von 0 auf 100
km/h.

Der Kraftverlauf des Motors ist so ausgelegt,
daß jederzeit eindrucksvolle Zwischenspurts
möglich sind; man kann aber auch schaltfaul
herumbummeln, wenn man sich mal nichts
beweisen möchte.

Auf sportliches Gedröhn und straffe
Rückmeldungen über den Straßenzustand muß
dabei zu keiner Zeit verzichtet werden - der
Polo verströmt alles in allem den
GTI-Charakter viel glaubhafter als sein
großer Bruder Golf.

Doch ob das noch in die Zeit paßt? Die
VW-Verantwortlichen sind sich da selber nicht
ganz sicher und haben erst einmal nur 3000
Stück vom schnellsten Polo aufgelegt. Wer
also einen will, muß sich bald entscheiden.

Rot 1: Den schnellsten VW Polo gibt es nur in "Flashrot", "Blackmagic" und "Satinsilber"

Rot 2: Die Sportsitze sind mit roten Verzierungen versehen, ebenso rot sind die Ledernähte an Lenkrad, Schalt- und Handbremshebel. Nachts leuchten Tacho und Drehzahlmesser blau, so wie beim großen Bruder Golf 

Rot 3: Wichtig für junge Sportautokäufer - der rote Sicherheitsgurt. Allerdings: Die noch beliebteren Hosenträgergurte gibt's nicht von VW,
sondern nur im Zubehörhandel zu kaufen 

Rot 4: Hinter den Alufelgen rote Bremssättel

 

  © bz-berlin.de Autor: Cathrin Meixner Datum: 23.08.1998

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